Dürfen wir vorstellen: Unsere Projektpartnerin aus Sierra Leone

Seit November 2015 unterstützt ora zwei Projekte in Sierra Leone mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Durch Patenschaften werden die Kinder unterstützt und ihr Umfeld profitiert ebenfalls. Es werden Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Eltern der Patenkinder geschaffen. Die so erlernten Fähigkeiten und das erworbene Kapital helfen den Familien, sich langfristig selbst versorgen zu können. Ohne unsere Projektpartnerin Glorious, die in Sierra Leone vor Ort aktiv mitwirkt, wäre das alles nicht möglich.

Hier stellen wir sie euch vor:

Frage: Wer bist du und wie sieht dein Job aus?
Antwort: Mein Name ist Glorious Salamatu Bah und ich bin Direktorin der Organisation Vineyard Community Development, die Partnerorganisation von ora. Ausserdem arbeite ich noch als Beraterin der Kirche und Gemeinde, sowie als Lehrerin in einem Kinderclub.

Frage: Warum hast du dich für diesen Job entschieden?
Antwort: Ich habe eine Leidenschaft für Kinder und ich liebe es generell einfach, Menschen zu motivieren und sie zu ermutigen, hart zu arbeiten und sich zu entwickeln.

Frage: Was ist das Beste an deinem Job?
Antwort: Am Besten gefällt mir die Verbundenheit zu den Leuten. Es ist schön, dass ich bei meinem Job umgeben bin von Leuten mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten. Das Schönste ist es, Kinder und ihre Eltern dazu zu ermutigen, sich auf ihre harte Arbeit und Talente verlassen zu können, um ein besseres, selbstständiges Leben zu führen und einen Unterschied in ihrer Gesellschaft zu bewirken. Somit können verschiedene Gemeinschaften inmitten der Armut verbessert werden.

Frage: Was ist die grösste Herausforderung?
Antwort: Die grösste Herausforderung besteht darin, die Eltern und Kinder verstehen zu lassen, dass sie etwas tun müssen, um ihr Leben zu verändern, anstatt weiterhin nur auf eine Veränderung durch Führer in Regierungspositionen, Familienoberhäupter oder Gemeindevorsteher zu warten. Eine weitere grosse Herausforderung ist der Mangel an Bildung, aufgrund der begrenzten Möglichkeiten. Die meisten Menschen hatten nicht die Möglichkeit, eine Schulbildung zu erlangen und es fehlt ihnen die Kraft und das Selbstvertrauen etwas zu erreichen.

Frage: Gab es einen besonders erinnerungswürdigen Moment bei deiner Arbeit?
Antwort: Ich hatte mal mit einer Familie zu tun, wo der Vater und die Mutter finanziell immer am kämpfen waren. Die Frau arbeitete hart und der Mann war damit beschäftigt, das Geld zu verschwenden, um Alkohol zu kaufen oder bei Glücksspielen mitzumachen. Ausserdem kam es vor, dass er seine Frau schlug. Die Kinder gingen nicht zur Schule und hatten auch nicht genug zu essen. Dadurch litten sie unter gesundheitlichen Problemen. Ich versuchte mit dem Vater zu sprechen, um herauszufinden, warum er so viel trinkt und sich nicht um seine Familie kümmert. Er sagte mir, dass er sich selbst als Versager sieht und wenn er trinkt, diese negativen Gedanken nicht mehr da sind. Daraufhin erklärte ich ihm, dass seine Gedanken lediglich für einen Moment verschwinden und in diesen Momenten richtet er nur Schaden an, indem er seine Frau und seine Kinder verletzt. Sobald er nüchtern ist, kehren die Gedanken ein Versager zu sein wieder zurück. In dem Moment nur noch mit mehr Negativität, dadurch dass er, während er betrunken war, Sachen gemacht hat, die er nun bereut. Ich sagte ihm, er solle ehrlich zu sich selbst sein und sich seinen Ängsten und der Realität stellen. Er schloss sich unserem Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene an und sein Selbstvertrauen kehrte wieder zurück. Er fing an, seiner Frau bei der Farm zu helfen und er begann, sich allmählich zu verändern. Heute ist er einer der Leiter unseres landwirtschaftlichen Projekts. Er geht regelmässig in die Kirche und seine Kinder sind jetzt alle in der Schule. Manchmal muss man sich seinen Ängsten stellen und etwas tun, um seine Denkweise zu ändern.

Wir danken Glorious für den spannenden Einblick in ihre Arbeit und freuen uns auf weitere gute Zusammenarbeit.

Schreibe einen Kommentar