Back to School – für alle?

Jedes Jahr nach den Sommerferien erfahren Schweizer Schüler und Schülerinnen dasselbe – Back to School oder „Freude bei den Eltern, Wehmut bei den Kindern“. Manche würden am liebsten wieder am Strand liegen, andere freuen sich auf ihre Schulfreunde und hoffentlich viele sind so wissbegierig, dass sie die Schule gar nicht mehr abwarten können. Wie ist es aber, wenn Schule und Bildung nicht selbstverständlich sind?

In der Schweiz ist die Grundschulbildung unentgeltlich, obligatorisch und steht allen, auch behinderten Kindern, offen. Ausserdem untersteht sie staatlicher Aufsicht oder Leitung, was eine umfassende Grundschulbildung garantiert. Für Schweizer Kinder soll Bildung bedeuten, dass einem alle Türen offen stehen und jedes Kind seinen Fähigkeiten zufolge gefödert wird. In Entwicklungsländern wie Haiti, Ruanda oder Guinea-Bissau ist dies anders: Die Schule und deren Materialien sind vielerorts zu teuer und lohnt sich für die Familie nicht, denn häufig sind Eltern oder Grosseltern auf die Mitarbeit des Kindes zu Hause angewiesen. Ein Teufelskreis entsteht: Ohne Bildung und Erlernung eines Berufes steht dem Kind keine andere Tür offen als jene, die es schon kennt.

In dieser neuen Serie informieren wir Sie wöchentlich über die Schulsysteme in unseren Projektländern und allgemein über die Bedeutung von Bildung. Heute auf dem Programm: Der Inselstaat Haiti.

In Haiti garantiert die Verfassung, wie auch in der Schweiz, das Recht auf Bildung. Die Realität sieht allerdings anders aus, denn die meisten Schulen sind privat und erheben Gebühren. Mit folgendem Resultat: Nur 60.7 % der über 15 – Jährigen können lesen und schreiben und nur jedes vierte Kind im Grundschulalter besucht die Schule. Um das von Naturkatastrophen und Korruption geplagte Land wieder aufzubauen, braucht es mehr. Im Patenschaftsprogramm von ora wünschen sich mehrere Kinder, ein Ingenieurs- oder Medizinstudium zu absolvieren, um ihrem vom Hurrikan noch immer schwer angeschlagenen Dorf helfen zu können. Wir stellen also fest, dass ein einziges gebildetes Kind einem Dorf wie Lougou in Haiti, wo ora aktiv ist, sehr viel ermöglichen kann.

L1010479Die Projektkoordinatorin von ora, Madeleine, beschreibt folgende Situation: Viele Kinder werden von den Eltern gar nicht erst zur Schule geschickt, da die Gebühren zu hoch und die Mithilfe zu Hause als zu wichtig angesehen werden. Wird das Schulgeld in Form von einer Patenschaft bereitgestellt, seien die Eltern eher bereit, ihr Kind der Bildung zu „überlassen“. Es kommt auch häufiger vor, dass die Schule gezwungenermassen abgebrochen werden muss. Weiter klärt uns Madeleine über Haitis problematisches Schulsystem auf: Es gäbe eine Schule für die Reichen und eine für die Armen, welche eine unterschiedliche Bildungsqualität aufweisen. Im Ergebnis kann die soziale Schere nur schwer geschlossen werden.

Für Kinder in Entwicklungsländern bedeutet Bildung mehr als einfach nur in ein Schulzimmer hocken und mit Freunden die Lehrer plagen – Bildung bedeutet, einen Weg aus der Armut zu finden, nicht wie die Eltern leben zu müssen, sich selbst verwirklichen zu können.

Vor allem in unseren Patenschaftsprojekten ist Bildung das A und O, Schulgebühren und Schulmaterialien werden finanziert und die Familien auch regelmässig besucht. Bildung sollte nie an zu geringen finanziellen Mitteln scheitern. Mit den Besuchen wird sichergestellt, dass die Kinder auch wirklich zur Schule gehen und in den Genuss von Bildung kommen. Wie ora international die Bildung weiter konkret fördert, können Sie hier nachlesen.

Nun möchten wir Ihnen Kenny vorstellen, einen aufgeweckten Ju0254-Kenny CHERISIERngen aus Lougou, wo mithilfe von ora eine Schule gebaut worden ist. Kenny ist sieben Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester im Haus seiner Tante. Es leben neun Menschen in zwei Zimmern. Die Konditionen des Hauses haben sich aufgrund des Hurrikan Matthew  im letzten Jahr verschlechtert, nun müssen die Kinder auf dem Boden schlafen. Seine Mutter gehört zu den vielen Menschen, die gezwungenermassen die Schule abbrechen mussten und mit ihrer sehr geringen Bildung nur wenig  Chancen auf ein besseres Leben haben. Nun, Sie wissen, worauf dies hinausläuft: Hätten Sie Lust, Kenny eine Schulbildung zu ermöglichen, und damit Haiti als Land einen Schritt vorwärts zu bringen?

Falls Sie sich dazu entscheiden, geht dies ganz einfach: Das unten stehende Formular ausfüllen und abschicken.

Strasse, PLZ Wohnort

Quellen:

  • Human Development Report: http://hdr.undp.org/en/countries/profiles/HTI
  • Schule in Lougou: https://www.cofhed.org/access-to-education/
  • https://www.transparency.org/news/feature/corruption_perceptions_index_2016