Ruanda: Bildung mit vielen Herausforderungen

secondary school in rda

Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unserer Bildungsserie! Heute möchten wir Ihnen das Schulsystem und dessen Bedeutung in Ruanda vorstellen. Das ostafrikanische Land befindet sich hinsichtlich verschiedener Faktoren im Aufbau, so ist der Index für die menschliche Entwicklung seit dem Jahr 2000 stetig angestiegen. Um weiteres wirtschaftliches und soziales Wachstum zu garantieren, ist aber noch einiges zu tun.

Vor 23 Jahren wurde in Ruanda ein Völkermord an den Tutsi, einer sozialen Minderheit, verübt. Dem grausamen Vorgehen der Täter fielen zwischen 800’000 und 1’000’000 Menschen zum Opfer. Trotz staatlich verordnetem Versöhnungsprozess und vielen Gedenkstätten sind die Wehen des Völkermords natürlich nach wie vor spürbar: Vergewaltigte Frauen, die an HIV/Aids leiden, Menschen, die ihre Verwandten und Freunde verloren haben, Schwerverletzte, denen Gliedmassen abgehackt wurden. Auch dem 17-jährigen Robert, einem ora-Patenkind, sind diese Gräuel präsent: Er kümmert sich um seine HIV-positive Mutter, die infolge der Genozids behindert und auf seine Pflege angewiesen ist.

Obwohl der Völkermord noch nicht lange her ist und die Bevölkerung nach wie vor darunter leidet, hat Ruanda in den letzten Jahren wertvolle Fortschritte erzielen können: Die Weltbank notifiziert ein beachtliches Wirtschaftswachstum, eine Reduktion der Armut und vermehrte Gleichbehandlung der Geschlechter. Der Regierung unter Paul Kagame werden diverse wirtschaftliche Erfolge eingeräumt, allerdings werden Menschenrechtsverletzungen infolge des autoritäreCameran Regierungsstils festgestellt. In der Bildungssparte wurden wichtige Ergebnisse erzielt, so wurde eine fast universelle Einschulungsquote (97%)  in die Primarschule erreicht. Leider schliessen nur 65 % der Schüler_innen die Primarschule auch tatsächlich ab. Von jenen 38 %, die schliesslich die Oberstufe besuchen, absolvieren sie auch nur 33 %. Woran können diese tiefen Abschlussquoten liegen? Das ruandische Departement für Bildung zieht folgende Schlüsse: Eltern sollen auf die Wichtigkeit von Bildung sensibilisiert werden, Schulen den Zugang zu Wasser und Elektrizität erleichert und Lehrer, Eltern, Schüler und Regierungen müssen sich den Gründen der hohen Abbruchquote stellen. Unsere Projektpartnerin Florence unterstreicht weiter die teuren Schulmaterialien wie Bücher und Schreibhefte, die für einen Grossteil der Eltern nicht erschwinglich sind.

Der Genozid im Jahre 1994 hatte noch eine weitere verheerende Folge: Die Verbreitung von HIV/Aids. Schätzungen von Human Rights Watch sprechen von mindestens 250’000 Vergewaltigungen an Mädchen und Frauen während des Genozids, obwohl die Dunkelziffer höher liegen könnte. Viele dieser Opfer wurden mit dem HI-Virus infiziert. Da die Krankheit damals noch nicht grossen Bekanntheitsgrad erreicht hatte, gaben viele das Virus ahnungslos an Partner und Kinder weiter. Eine weitere traurige Konsequenz sind auch die vielen Kinder, die ihre Eltern oder einen Elternteil aufgrund der Krankheit verloren haben. Auch der vorhin angesprochene Robert ist seit seiner Geburt HIV-positiv. Für ora international gehören die Förderung von Bildung und die medizinische Versorgung von HIV-/Aids-Patienten zu den Pfeilern der Unterstützung.

Nur mit gebildeten Leuten wird das Wirtschaftswachstum sichergestellt und somit der Lebensstandard der Bevölkerung angehoben. Wie bereits letzte Woche, als wir über Haiti berichtet haben, läuft die Erhöhung des Wohlstands eines  Landes schlussendlich auf die Bildung hinaus.

Anstatt auf eine mögliche P????????????????????????????????????atenschaft möchten wir Sie auf unsere Weihnachtsaktion aufmerksam machen: ora international möchte ruandischen Kindern Bildung und damit die Chance auf ein besseres Leben ermöglichen. Dafür werden in der Weihnachtszeit Spenden gesammelt, um Kindern die Schulgebühren und Schulmaterialen zu finanzieren. Es wird sich dabei um eine einmalige Spende handeln, die keine weiteren Verpflichtungen mit sich ziehen wird.

Sind Sie jetzt schon gespannt und möchten mehr über unsere Projekte in Ruanda erfahren? Falls ja, können Sie sich hier informieren.

 

 

Quellen:

  • Artikel Mitteldeutsche Zeitung: http://www.mz-web.de/leben/reise/23-jahre-nach-voelkermord-warum-ruanda-heute-das-boom-land-afrikas-ist-27948434
  • Artikel Die Zeit: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03/ruanda-kagame-wirtschaftswachstum-demokratie
  • Artikel Die Zeit: http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-03/ruanda-hutu-tutsi-genozid
  • Worldbank: http://www.worldbank.org/en/country/rwanda/overview
  • Ministry of Education: http://mineduc.gov.rw/fileadmin/user_upload/pdf_files/2016_Education_Statistical_Yearbook.pdf
  • Human Development Report: http://hdr.undp.org/sites/all/themes/hdr_theme/country-notes/es/RWA.pdf
  • Human Rights Watch: https://www.hrw.org/legacy/reports/1996/Rwanda.htm

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