Sechs Frauen überzeugen sich davon, wo ihr Geld hinkommt: Zu Besuch in Moldawien

Anfang des Jahres reisten sechs Frauen nach Moldawien. Sie wollten sich die ORA-Projekte persönlich genau ansehen und schauen, wo ihr Geld hinfliesst. Es wurde eine ebenso eindrückliche wie bewegende Reise. Für uns berichtet Patin Pia Puccio.

Am Reisetag wurden wir am Flughafen von ORA Moldova-Leiterin Veronica und ihrem Fahrer Iurie sehr herzlich begrüsst und direkt in unsere Unterkunft gefahren. Nach einem späten (um 16:30 Uhr!), reichlichen Mittagessen zeigte uns Irina, unsere Dolmetscherin, bei einem Verdauungsspaziergang die Stadt. Um 19:30 Uhr gab es bereits wieder Abendessen und so gingen wir satt und überdreht ins Bett.

Am ersten Tag besuchten wir das Tuberkulosenkinderheim in Chisinau. Wir wurden von den Kindern freudig begrüsst und verteilten aus unserem Gepäck gestrickte Teddys und Bäbelis sowie diverse Socken, Mützen und Pullis. Am Nachmittag gingen wir ins sehr eindrückliche ORA-Zentrum. Anschliessend zu einer Familie, die zu acht in einer 1 ½-Zimmer Wohnung lebt. Für uns alle undenkbar.

Die Gruppe kam sich schnell näher und so lachten und alberten wir beim Znacht viel. Eigentlich wollten Isabel, Andrea und ich die Ankunft der Lastwagenfahrer abwarten. Aber moldawische 15 Minuten dauern mitunter etwas länger. Kurz vor Mitternacht hatten wir den Empfangswein selber getrunken… Kaum im Bett kamen sie.

Am Donnerstag besuchten wir die neue Lagerhalle und dann fing das Warten auf die Freigabe des Lastwagens durch die Zollbeamten an. Um 16:00 Uhr endlich der erlösende Anruf. Also alle Mann, (besser gesagt: Frauen) anziehen und an die Arbeit. Um acht waren Lastwagen und Anhänger leer und alle zufrieden, nach einem Tag abwarten doch noch so viel geschafft zu haben.

Am Freitag besuchten wir die sechs Familien, welche Holz und Kohle geschenkt bekommen haben. Elisabeths Patenkind war auch dabei. Direkt daneben wohnt eine alkoholkranke Frau mit ihren Töchtern. Zwei Mädchen alleine in einer total verwahrlosten kleinen Wohnung. Solch ein Anblick bringt einem doch an die Grenzen. Wir waren den Tränen nah. Natürlich hatten wir auch für diese Familie Geschenke.

Aber mir taten die Menschen auch leid. Wir kamen zu acht in ihre kleinen Häuser oder Zimmer. Es wurde fotografiert und viel gefragt. Nur ungern sprechen sie über ihre Probleme, zu sehr schämen sie sich vor uns. Andrea hat zu Hause tolle Familienpakete gemacht und dem Lastwagen mitgegeben. Diese hatten wir nun dabei und so konnten wir den Familien etwas sehr nützliches und brauchbares schenken.

Dann mussten wir uns schon wieder sputen, denn die Kinder im Ester Chipercheni warteten auf uns. Sie haben für uns gesungen, Gedichte vorgetragen und sogar ein kleines Puppenspiel einstudiert. Danach gab es ganz geordnet die Weihnachtspäckliverteilung direkt am Lastwagen.

Und für uns einen reichlichen Zvieri. Die Zeit ging so schnell vorbei. Nach fünf drängte unser Fahrer Iurie zur Abfahrt; die Strassen sind bei Dunkelheit doch sehr gefährlich. Keine Mittellinien, grosse Strassenschäden und vor allem nirgendwo ein Licht. Dazu kam tristes Wetter mit viel Nebel. Zum ersten Mal war es in unserem Bus mal ganz still. Jeder hing seinen Gedanken nach und verarbeitete all das Gesehene und Erlebte.

Am Tag vor der Heimreise dann der Besuch des Altenheims. Wir hatten ja schon im Weblog darüber gelesen, aber so was hatte doch noch keiner von uns gesehen. Zuerst war da mal dieser Geruch. Nicht nach alten Menschen. Dieser Geruch nach Schimmel nahm einem schier den Atem. Fast die Hälfte des Heims ist wegen dem undichten Dach nicht mehr brauchbar. Das Wasser tropft von der Decke und läuft an den Wänden neben den Stromleitungen hinunter. In allen Ecken dunkle Schimmelflecken.

Die Heimbewohner wohnen meist zu zweit oder dritt in einem Zimmer. Dick eingepackt liegen oder sitzen sie auf ihren Betten. Margrith, die bereits letztes Jahr hier war, brachte für jeden ein Geschenkpaket mit. Wie freuten sie sich: Jeder wollte uns gerne noch etwas länger bei sich haben.

Im Kinderzentrum Ester Valcinet wurden wir schon freudig erwartet. Hatten wir doch viele Kleidersäcke, Betten, Weihnachtspakete und vor allem auch warme Schuhe mitgebracht. Nach den Vorführungen empfingen die Kinder ihre Pakete und Schuhe, dann machten sie sich freudig und beladen auf den Heimweg. Das Herz hing manchen von uns schwer, hatten wir hier doch spontan neue Patenschaften übernommen. Zum Abschluss besuchten wir noch zwei Familien, darunter den Patenjungen von Isabel.

Am Sonntagmorgen dann noch kurz auf den Markt. Nach dem Mittagessen ging es zum Flughafen. Nur gerade mal vier Stunden später landeten wir wieder — in einer völlig anderen Welt. Es gehen informative, eindrückliche, traurige und emotionale Tage zu Ende.

Überzeugen auch Sie sich von unserer Projektarbeit:
> Lassen Sie sich unter 031 982 01 02 oder ora@ora-international.ch unverbindlich vormerken.
Oder werden Sie Gotte oder Götti für ein armes Kind in Moldawien!

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