ora-Projekte in Guinea-Bissau

Guinea-Bissau gehört laut dem Human Development Index zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. 67 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und die Lebenserwartung beträgt nur 55 Jahre. Auch die hohe Geschlechterungleichheit ist leider eine Tatsache: Nicht einmal die Hälfte der Frauen kann lesen und schreiben, diese Quote liegt bei den Männern deutlich höher.

ora’s Projektarbeit soll den Menschen Guinea-Bissaus neue Perspektiven bieten: Durch die Verbesserung der humanitären und sozialen Situation, durch die Einführung des Patenschaftsprogramms für die Kinder des Waisenhauses “Casa Emanuel“ und darüber hinaus will ora Grundsteine legen, auf denen wir langfristig aufbauen können.

Waisenhaus „Casa Emanuel“ und Patenschaftsprogramm

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Für Kinder, denen der Schutz der Familie nicht mehr gewährt werden kann, sei es aus finanziellen Sorgen oder am häufigsten auch, weil ein Elternteil verstarb, bietet das von ora unterstützte Waisenhaus in der Hauptstadt Bissau ein neues Zuhause. Das “Casa Emanuel“ existiert seit 1997 und wurde von Isabel Johanning Mora gegründet. Heute leben 140 Kinder im “Casa Emanuel“. Sie erhalten Nahrung, Kleidung und werden im eigenen Spital auf dem Waisenhausgelände medizinisch versorgt. Ausserdem werden die Kinder in eigenen Schulklassen unterrichtet.

Guinea-Bissau---Schulen-gegen-Kinderarbeit03Das Patenschaftsprogramm von ora international wurde gestartet, um die regelmässige Versorgung des Waisenhauses und der dort lebenden Kinder zu gewährleisten. Besonders die schulische Ausbildung der Kinder liegt ora am Herzen und ist für die Kinder die einzige Aussicht auf eine bessere Zukunft. Bildung ist ein Schlüssel, um den vorgegebenen Kreislauf grösster Armut zu durchbrechen.

Vorsorge treffen, nicht nur für die Kinder im Casa Emanuel

Guinea-Bissau02Dabei soll die erlangte Bildung nicht allein den Kindern nützlich sein: Im Rahmen eines Reintegrationsprojektes werden Kinder, die mit Erreichen ihrer Volljährigkeit das Waisenhaus verlassen müssen, nach ihrem freien Willen in ihre früheren Gemeinschaften zurückgeführt. Ihre erlernten Fertigkeiten aus der Zeit im Waisenhaus, die auch den richtigen Umgang mit der Umwelt und landwirtschaftliche Aspekte umfassen, können sie so weitergeben, um insgesamt die Versorgung der Menschen auf dem Land nachhaltiger und ertragreicher zu gestalten. Ausserdem arbeitet ora mit dem Brunnenbauer Alejandro zusammen, der den Buschvölkern und auch manchen Kindern aus dem Casa Emanuel das Handwerk des Brunnenbaus lehrt und ihnen somit nachhaltig hilft.

Verflucht und abgeschoben- behinderte Kinder und ihr Schicksal

Auch psychisch und körperlich behinderte Kinder werden im Casa Emanuel aufgenommen, die von ihren Eltern und Gemeinschaften aufgrund ihres „Anderssein“ verstossen wurden. Denn für die „naturgläubigen“ Menschen Guinea-Bissaus sind behinderte Kinder schlicht böse Geister. Sie sind nichts „wert“. Viele Volksstämme sehen sich in ihrer Existenz gefährdet, wenn ein Kind mit Behinderung in ihren Reihen geboren wird. Um sich vor einem drohenden Unheil zu bewahren, versuchen sie den „Geist“ im Kind durch das Anrufen höherer Mächte auszutreiben. ora sind Fälle bekannt, in denen Kinder wie Voodoo-Puppen behandelt und mit Nadeln auf sie eingestochen wurden oder man ihre Haut einritzte, um sie vom Bösen zu erlösen. Viele Kinder überleben diese schmerzhafte Prozedur nicht. Derzeit leben 15 Kinder mit Behinderung im Waisenhaus. Hier werden sie akzeptiert wie sie sind, hier können sie sich entsprechend ihrer Wesensart entwickeln.

Unterstützen Sie ora’s Projektarbeit in Guinea-Bissau mit einer Einmalspende oder übernehmen Sie eine Patenschaft und schenken einem Kind neue Perspektiven!

Werden Sie jetzt Pate!