Nutztiere für Ruanda, Haiti und Indien

In den meisten Entwicklungsländern ist die erdrückende Armut der hiesigen Bevölkerung ein grosses Problem. Die Menschen haben keine oder nur sehr ungenügende Möglichkeiten, sich und ihre Familien ernähren zu können. Diese Armut geht auf verschiedenste Gründe zurück, sei dies mangelnde Bildung, ungenügende staatliche Strukturen, Menschenrechtsverletzungen oder fehlende Lebensgrundlagen. Die Korrektur dieser Gründe kann zu einem neuen, unbeschwerteren Leben führen. Nun soll auf die Vergabe einer neuen Lebensgrundlage eingegangen werden: Einem Nutztier.

DSC_0493ora international ist in drei Ländern mit Tieraktionen an der Entwicklung beteiligt: In Ruanda, Indien und Haiti. Bereits zwei Mal wurde in Ruanda eine Osteraktion mit der Vergabe von Hühnern durchgeführt, die beide Male viele Erfolge verzeichnen konnte. So konnte Josephine aus Ruanda eine kleine Hühnerzucht starten und verkauft ihre Eier oder das Fleisch auf dem örtlichen Markt. Eier sind ausserdem gesund und Teil einer nahrhaften Ernährung. Es steckt allerdings noch mehr hinter dieser Form einer Lebensgrundlage: werden mehreren Menschen oder Familien Nutztiere vergeben, kann Handel mit den Nutztieren selbst oder deren Produkten betrieben werden. Im Ergebnis werden die Familien unabhängiger und die Wirtschaft einer ganzen Gemeinde wird angekurbelt. Die Nutztiere für Ruanda, Indien und Haiti wurden allesamt bei einem örtlichen Bauern gekauft, dessen Portemonnaie sich dadurch auch aufgebessert hat. Denn Handel ist von besonderer Bedeutung, um die Wirtschaft eines Entwicklungslandes anzukurbeln.

Lougou, Haiti 2013-03 (75)In Haiti wurden ähnliche Erfolge wie in Ruanda erzielt: In der ländlichen Gemeinde Lougou im Südwesten Haitis konnten mehrere Familien mit einer Kuh oder eine Ziege versorgt werden. Nun arbeitet ora  an weiteren Aktionen, um die Anzahl der Tiere in Lougou zu erhöhen, denn es konnte bislang nur ein Teil der Bevölkerung tatsächlich ein Tier bekommen. Das Ziel ist, der Bevölkerung Lougous zu mehr Unabhängigkeit zu verhelfen und mit der Vergabe der ersten Tiere wurde bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit gemacht. Frau Ananie Bozius, eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, erzählt von der Wichtigkeit der Kuh, die sie von ora international bekommen hat: „Diese Kuh wird mir in Bezug auf meine familiäre Situation helfen, vor allem wird der Ertrag der verkauften Milch der Bildung meiner Kinder zugute kommen.“ Frau Bozius unterstreicht mit ihrer Aussage die Bedeutung des Nutztieres für die Kinder. Ein Nutztier hilft also weit mehreren Personen, als man sich auf den ersten Blick vorstellen kann. ora’s Projektpartner vor Ort helfen den Nutztierempfängern in allen drei Ländern, die Gesundheit der Tiere zu garantieren. Dies wird beispielsweise mit Schulungen und Impfungen erreicht.

104. Mrs. PothammaIch kann mich noch erinnern, wie wir als Kinder zum örtlichen Bauern gelaufen sind und ihn fragten, ob er denn schon frische Milch hätte. Falls Ja, stellte dies immer das Highlight des Tages dar. Was ich damals noch nicht wusste, ist, dass diese Kühe die Lebensgrundlage des Bauern bedeuteten. Ich wollte doch nur ein frisches Glas Milch. Für Menschen in Haiti, Indien und Ruanda, die eine Lebensgrundlage dringend benötigen, könnte die Vergabe von Tieren der Start in ein unabhängiges Leben sein. ora international bleibt also dran, weiteren Menschen eine solche Lebensgrundlage zu vergeben, damit ihre Abhängigkeit von Hilfsorganisationen oder von ihren Mitmenschen endlich ein Ende findet.

Eine Kuh für Familien und Einzelpersonen in Indien und Haiti kostet 480 Franken, eine Ziege 50 Franken. Mehr über die Projekte von ora international in Haiti, Ruanda oder Indien finden Sie hier.

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