Kategorie-Archiv: Moldawien

Briefe an die Patinnen und Paten

kind6(update)Soeben konnten wir unseren Patinnen und Paten wieder ein „Update“ von den jeweils von ihnen unterstützten Patenfamilien weiterleiten. Denn zum Ende des letzten Jahres haben sich alle Patenkinder mit einem Brief für die Unterstützung bedankt und von sich und ihren Erlebnissen im letzten halben Jahr erzählt. Diese Briefe für die Paten zu lesen, zu übersetzen und für den Weiterversand aufzubereiten war eine spannende Arbeit. So verschieden die kleinen und grösseren Kinder aus den unterschiedlichsten Ländern wie Indien, Haiti, Ruanda, Guinea-Bissau, Rumänien und Moldawien sind, so unterschiedlich fallen auch ihre Berichte aus. Weiterlesen

Kindheitserinnerungen

Als ich ein Kind war, war ich Spurensucherin. Eine Zeit lang habe ich zusammen mit meiner besten Freundin jeden Tag nach der Schule interessante Spuren aufgespürt und diese verfolgt. Wir haben immer etwas gefunden. Einmal glaubten wir sogar, wir hätten die Spur von einem Marder am Waldrand entdeckt. 532758_3734409404108_319101477_n-jpgkopieIch war mir zwar nicht ganz sicher, was genau der Zusammenhang zwischen Marder und Mörder ist, jedoch war ich davon überzeugt, dass es einen geben muss. Auf jeden Fall war diese Spurensuche eine der aufregendsten und abenteuerlichsten. Ausserdem war ich als Kind erfolgreiche   Verkäuferin. Immer wieder haben mein Bruder und ich unseren Strassenverkaufsstand geöffnet und die zufällig vorbeikommenden Passanten mit einer überwältigenden Auswahl an atemberaubend schönen Steinen von unserem Kiesweg und einzigartigen Gänseblümchen aus dem Garten beglückt. Manchmal kombinierten wir die Blumen sogar noch mit einem Büschel Gras und Klee, sodass wir die Kundschaft mit völlig ausgefallenen Zusammenstellungen und richtig üppigen Blumensträussen richtiggehend begeistern konnten. Ich war aber auch Zirkusartistin. Weiterlesen

Ein Znüni voller Vitamine

Moldawien– seit vielen Jahren sind wir von ora hier schon im Einsatz. Dabei ist uns wohl nichts so häufig begegnet, wie die heimtückische Krankheit Tuberkulose. In Moldawien leiden so viele Menschen an Tuberkulose wie in kaum einem anderen Land. Die oft katastrophalen Lebensverhältnisse grosser Familien auf engem Raum begünstigen die Ansteckung mit der Lungenkrankheit. Viele leiden unter Mangelernährung. Die Abwehrsysteme, insbesondere der Kinder, sind zu schwach, um sich gegen den Erreger zu wehren.

Tuberkulose kann ganz leicht über das Husten oder Niesen übertragen werden. Die 4-jährige Adriana beispielsweise lag kürzlich zwei Monate wegen einer TBC-Infektion im Krankenhaus, weil sie beim Spielen im Park mit einem infizierten Kind in Kontakt gekommen war.

Auch wenn die Krankheit nicht gleich ausbricht, die Kinder sind oft krank, haben keinen Appetit und leiden unter Atemwegsbeschwerden. Und wie schützt man am besten ein angegriffenes Immunsystem? Mit Vitaminen natürlich! Weiterlesen

Ein Schicksal aus Moldawien

EfrosineaDas Leben in Moldawien ist nicht einfach. Das Land leidet unter der Vergangenheit des 20. Jahrhunderts. Deportationen, Hungersnöte und viele Verluste sind heute zum Teil immer noch nicht verarbeitet.

Efrosinea kennt das Leid in Moldawien nur allzu gut. Als sie 10 Jahre alt war, in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni 1941, stand die russische Sicherheitspolizei vor ihrem Haus und deportierte sie, ihre Familie und 31‘000 weitere Menschen in ein Arbeitslager nach Sibirien. Die Familie nahm praktisch nichts mit auf den Weg, die fälschlichen Angaben der Bolschewiki waren, dass die Rückkehr nachhause in 3 Monaten erfolge. Weiterlesen

Exkurs: Egoismus statt Leben retten

Ich möchte Sie heute über eine Gegebenheit aufklären, die unter anderem in unserem Projektland Moldawien viele Opfer zur Folge hat: Der Welt geht das Antibiotikum aus.
In der heutigen Wirtschaft hat es Antibiotikum immer wie schwieriger. Das Problem: Wer Antibiotika einnimmt ist selten ein Dauerkunde. Die Investierung in die Forschung von Antibiotika ist damit wirtschaftlich nicht sehr attraktiv, für tausende Menschen jedoch lebenswichtig. So auch für die an Tuberkulose erkrankten Menschen in Moldawien.

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Spital in Moldawien

Während dem zweiten Weltkrieg stellte man erstmals den Wirkstoff Penizillin in grossen Mengen her und hat damit hunderttausenden verwundeten und erkrankten Soldaten das Leben gerettet. Infolge des grossen Erfolgs forschten die Pharmafirmen weiter und brachten ein Antibiotikum nach dem anderen auf den Markt, jedes besser als sein Vorgänger. Experten prophezeiten, dass zuvor scheinbar unbesiegbare Infektionskrankheiten bis Ende des Jahrhunderts ausgelöscht sein würden. Weiterlesen

Die Reise in das Land der Armut: Moldawien Teil 5

imageJeder redet von Armut, aber was ist Armut eigentlich? Ich möchte hiermit die Möglichkeit nutzen Euch Lesern mitzuteilen, wie die Reise auf mich gewirkt hat.

Schon einige Länder habe ich bereist, nicht nur reiche Länder, auch arme Länder. Doch keines schockierte mich mehr als das 3 Flugstunden entfernte Land, Moldawien.

Jeder hat wahrscheinlich schon mal Bilder von Menschen mit verlotterten und schmutzigen Kleidern gesehen, Tiere welche bis auf die Knochen abgehungert sind, Häuser die renovierungsbedürftig und dennoch bewohnt sind. Man denkt Weiterlesen

Die Reise in das Land der Armut: Moldawien Teil 4

imageAuf dem heutigen Tagesprogramm stand die Tuberkulose-Kinderstation, das Krankenhaus-und nebenbei bemerkt die einzige Tuberkulose -Station im Land-und der Tuberkulose-Kindergarten in Chisinau. Nachdem wir uns kulinarisch verwöhnten, fuhren wir dann auch gleich los, um Bettwäsche für die Kinder des Kindergartens zu besorgen. Unsere Gruppe hatte am Abend zuvor Geld zusammengelegt, als wir erfuhren, dass der Kindergarten dringend neue Wäsche und Handtücher nötig hat. Auch wollten wir die Wäsche gleich vor Ort verteilen. Nach dem Kauf der Hilfsgüter, fuhren wir in das Spital. Dort erfuhren wir, dass offene wie auch geschlossene
TB-Erkrankte stationiert sind. Dies bedeutete für uns, dass wir das Gebäude nur mit Maske betreten dürfen. Die äusserst freundlichen Krankenschwestern führte uns durch die TB-Station des Spitals. Wir beschenkten die Kinder mit weiteren Präsenten und gingen zurück in das Hotel um Mittag zu essen. Fertig gegessen, fuhren wir wieder los um Familien aus dem Patenschaftsprogramm zu besuchen. Pakete mit Lebensmitteln, die Teil der Patenschaftsleistung sind,wurden verteilt und so fuhren imagewir in den TB-Kindergarten. Es war wundervoll zusehen wie sich das Projekt von ora entwickelt. Die gekaufte Bettwäsche wie auch andere Geschenke überliessen wir den Kindern. Auf dem Weg nach Hause besuchten wir noch weitere Patenkinder und genossen den Nachhauseweg zu Fuss. Der letzte Abend durften wir dann noch im neu renovierten Hotel Restaurant „Qbar“ das sensationelle Essen ausprobieren. Der perfekte Ausklang des Abends. Morgen fliegen wir schon wieder nach Hause. Wir alle werden ganz bestimmt Vieles aus diesem Projektaufenthalt mitnehmen und das privilegierte Leben zu schätzen wissen.

Praktikantin Carla V. Flury

Die Reise in das Land der Armut: Moldawien Teil 3

imageDie vielen Eindrücke von Gestern mussten zuerst verarbeitet werden, und so kam es, dass Einige von uns die ganze Nacht wach gelegen sind. Umso mehr freuten wir uns auf den mit Käse, Früchte, Müesli und Brot gedeckten Morgentisch. Pünktlich um 9:00 Uhr fuhren wir dann los nach Straseni wo wir das Altenheim „Barmherziger Samariter“ besuchten. Was uns da erwartete war für alle von uns erschreckend und unbegreiflich. Das Haus ist befallen mit Schimmel, die Temperaturen sind kalt, die Luft feucht, in einem Zustand wo keiner von uns erraten würde, dass das Haus bewohnt ist. Bewohnt mit 28 Rentnerinnen und Rentner. Weiterlesen

Die Reise in das Land der Armut: Moldawien Teil 2

imageDer heutige Morgen begannen wir mit einem reichhaltigen Frühstück damit wir gestärkt durch den Tag kommen. Auf dem Weg in den Süden des Landes, nach Balauresti nahe der rumänischen Grenze, durften wir die wunderschöne Winterlandschaft betrachten. In dem Dorf leben viele allein gelassene und vergessene, alte Menschen. Von einer sozialen Kantine werden sie täglich mit Lebensmitteln versorgt. Oft der einzige Kontakt am Tag, den sie haben. Wir besuchten  eine Familie, wessen Mutter gelähmt und blind und die Tochter geistlich behindert ist. Das Haus in dem die Familie lebt, hat nur ein Zimmer und für uns unvorstellbar unter welchen Verhältnissen die Zwei leben. Weiterlesen