Abschluss-Beitrag

Vor genau 7 Monaten hat mein Praktikum bei ora international begonnen und jetzt geht es langsam dem Ende zu. Doch wie kam ich überhaupt zu ora?

Nachdem ich quasi mein ganzes Leben lang nur zur Schule gegangen bin, Prüfungen geschrieben habe und einen Grossteil meiner Zeit mit Lernen verbracht habe, wusste ich, dass das nicht mehr mein Lebensinhalt sein kann. Ein grosser Wunsch von mir war es schon immer, in einer Organisation zu arbeiten, die genau die gleichen Werte vertritt wie ich. Nach meinem Bachelor-Studium war mir klar, dass ich eine Arbeit haben möchte, wo ich aktiv etwas Gutes für die Menschheit bewirken kann, statt meine Zeit nur hinter Büchern zu verbringen. Deshalb habe ich mich extrem gefreut, als ich im August 2018 mein Praktikum bei ora international anfangen durfte und mich als Teil des ora-Teams für Menschen in akuter Not einsetzen konnte.

Habe ich morgen noch etwas zu Essen? Werde ich die Kälte des Winters überleben? Wo soll ich bloss ärztliche Versorgung bekommen, wenn ich krank werde? Solche Fragen müssen wir uns in der Schweiz nicht stellen – aber in vielen Ländern ist dies der ganz normale Alltag. Diese schwere Realität in anderen Ländern wurde mir erst durch das Praktikum bei ora wirklich bewusst und dadurch fängt man auch an, sein eigenes Leben viel mehr zu schätzen.

Zu meinen Hauptaufgaben gehörten unter anderem das Übersetzen und Verschicken von Briefen, das Erstellen von Blogeinträgen und Facebook-Posts, sowie die Kommunikation zu den Projektpartnern in diversen Entwicklungsländern. Die Arbeit bei ora empfand ich stets als abwechslungsreich und mitreissend und ich konnte in meinem Aufgabengebiet richtig aufblühen.

Während meines Praktikums habe ich mich sehr intensiv mit diversen Entwicklungsländern befasst. Dass in Guinea-Bissau Zwillinge als verflucht angesehen und deswegen als Neugeborene schon ausgesetzt werden oder dass man in Indien zu Weihnachten Palmen statt Tannenbäume schmückt, sind nur zwei kleine Beispiele dafür, was für vielfältige Einblicke ich erhalten durfte. Am meisten berührt haben mich aber die Einzelschicksale gewisser Kinder, die schon im frühen Alter Härteres erleben mussten, als was wir uns jemals vorstellen könnten. Ich bin glücklich darüber, dass ich mit meiner Arbeit hier bei ora ein Stück weit zu einer besseren Welt für diese Kinder beitragen konnte. Mir ist klar, dass es unmöglich ist, die ganze Welt zu retten, doch durch kleine Schritte kann einem Kind schon sehr geholfen werden und das ist definitiv etwas Wertvolles!

Es war interessant zu sehen, wie es hinter den Kulissen einer Hilfsorganisation aussieht und wie die ganze Kommunikation und Koordination zwischen den diversen Projektländern vonstatten geht. Das ich bei Team-Sitzungen meine eigenen Ideen für neue Fundraising-Kampagnen einbringen durfte und aktiv mitdiskutieren konnte, hat mich ausgesprochen gefreut. Es liegt mir sehr am Herzen, dass es bei ora weiterhin gut läuft und die Projekte in den Entwicklungsländern weiter verfolgt werden können. Im kleinen Team hier in Toffen habe ich mich immer äusserst wohl gefühlt. Das Arbeitsklima war sehr familiär und das Büro schön hell und ruhig. Besser hätten die Arbeitsverhältnisse nicht sein können!

Ich muss sagen, dass ich durch meine Arbeit bei ora enorm viel lernen konnte, sowohl auf persönlicher, wie auch auf beruflicher Ebene. Diese intensiven Erfahrungen werden mein weiteres Leben im positiven Sinne prägen. Wann hat man schon die Möglichkeit, Einblicke in das Leben von 350 Kindern auf der ganzen Welt zu erhalten? Ich danke ora vielmals für diese tolle Chance!

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