Praktikumsbericht: Ich verabschiede mich mit einem Rucksack voller Erfahrungen

„Time flies when you’re having fun“, heisst es und dies ist wohl auch der Grund, weshalb die sieben Monate meines Praktikums wie im Flug vergingen. Nun, zurückblickend, kann ich sagen, dass die Zeit hier nicht nur kurzweilig, prakti4sondern auch tatsächlich sehr lehrreich war – und zwar in vielerlei Hinsicht. Die Erfahrungen, die ich bei ora machen konnte, sind nicht nur für meine berufliche Zukunft wertvoll, sondern ganz allgemein eine Bereicherung für mein Leben, die mich persönlich weitergebracht hat.

Mein Interesse ganz allgemein für die Arbeit von NGOs und NPOs und im Besonderen für deren Öffentlichkeitsarbeit, hat meine Aufmerksamkeit auf die ausgeschriebene Stelle bei ora gelenkt.  Dieses Interesse und dass ich zudem gerne schreibe sowie Freude an der englischen Sprache habe, schien perfekt auf die Stellenausschreibung zu passen, welche unter anderem den Webauftritt der Organisation und das Übersetzen der Patenpost beinhaltete.Bereits beim Vorstellungsgespräch im ruhigen, hellen Büro in Toffenprakti1 hat mir die freundliche und persönliche Art sehr zugesagt. Diese Persönlichkeit empfinde ich bis heute, am Schluss meines Praktikums, als einer der grössten Vorzüge der Organisation.Zum einen schätze ich als Praktikantin das gute Arbeitsklima und die familiäre Atmosphäre in dem sehr kleinen Team, zum anderen beeindruckt mich aber auch die persönliche Art bei der Spender- und Patenbetreuung, sowie das aufrichtige Interesse und die Anteilnahme an den einzelnen vom Hilfswerk unterstützten Menschen. Dachte ich im Vorhinein, Spender/innen und Spendenempfänger/innen würden bloss als Namen und Nummern abgehandelt, so lag ich im Falle dieses Hilfswerks (glücklicherweise) falsch.

prakti2Eine weitere positive Überraschung war auf jeden Fall die Vielfältigkeit der mir zugeteilten Aufgaben. Diese reichten von Blog schreiben und Facebook Seite betreuen über Patenschaftslisten erstellen und Briefe verpacken zum Übersetzen der Patenpost vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt. Neben den regelmässigen Aufgaben fielen immer wieder ausserordentliche Dinge an und sorgten für Abwechslung. So haben wir für die Kampagne „BH gegen Gewalt“ verschiedene Standaktionen durchgeführt, den Webshop neu eingerichtet und es kam ein neues Projektland, Sierra Leone, dazu, welches vorgestellt werden musste. Obwohl man sich zwar mit der Zeit immer besser zurechtfindet, kommt somit nie Routine im Sinne eines öden Alltagstrotts auf und kein Tag ist wie der andere.

Natürlich waren nicht alle Aufgaben immer gleichermassen spannend und man macht gewisse Dinge lieber als andere. Eine der schönsten Aufgaben war immer das Übersetzen der Briefe, die die Kinder an ihre Paten und Patinnen geschickt haben. Auf diese Art erhält man einen, wenn auch nur einen ganz kleinen, Einblick in das Leben der Kinder, ihren Alltag, ihre kleineren und grösseren Sorgen und Freuden. prakti6Teilweise waren die Briefe echt traurig und berührend, zum Teil waren sie aber auch wirklich süss und witzig. Was  ausserdem auch noch zu meinen Lieblingsaufgaben gehörte war, in dem riesigen Fotoarchiv zu stöbern um Bilder für Beiträge zusammenzusuchen. Durch das Lesen der Briefe und die Bilder entsteht ein gewisser Bezug zu den von ora unterstützten Menschen, welchen ich als so wertvoll und wichtig für diese Arbeit empfinde.

Durch die Vielfältigkeit der Aufgaben, die tolle Praktikumsbetreuung und die geforderte (und geförderte) Selbstständigkeit des Arbeitens konnte ich viel lernen und vertiefen. Auch wenn sich beispielsweise der so erlernte technische Umgang mit WordPress bestimmt auch auszahlen wird, sind für mich persönlich die Eindrücke und Erfahrungen, die man durch die intensive Auseinandersetzung mit Bedürftigen und deren Situationen macht, ein viel wichtigerer Gewinn. Zu sehen, mit welchen Problemen andere Menschen zu kämpfen haben, relativiert die Sicht auf das eigene Leben und Umfeld, verschärft das Bewusstsein und stärkt den Gemeinschaftssinn. Dies sind meines Erachtens die bedeutendsten Dinge, die ich von diesem Praktikum mitnehmen kann und die mich hoffentlich noch lange begleiten werden.

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Anne-Dominique Geiser

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